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Das Vollgetreide

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Getreidemühle für den Privatgebrauch

Meine Meinung zum selbst Mahlen.

Selbst gemahlenes Mehl wird extrem überbewertet. Unsere deutschen Profi- Mühlen haben heute einen erstklassigen Standard in der Behandlung und Mahlung von Getreide erreicht. Den höchsten in Europa. Alle notwendigen und vorhandenen Inhaltsstoffe des Getreidekorns bleiben erhalten. Man kann sich als Konsument 100% auf die Ware von Getreidemühlen verlassen und vertrauen. In den 70/80iger Jahren haben zwei Mühlenhersteller von Hausmühlen eine sehr erfolgreiche Kampagne als PR gestartet, die das selbst gemahlene Mehl in den höchsten Tönen gelobt hat.

Bezahlte Gutachten und eine verunsicherte Kundschaft sorgten für eine hohe Desinformation. Heute ist in Fachkreisen bekannt, dass dies alles eine Nummer viel zu hoch gelobt wurde. Ich würde den Industriemühlen mit ihrem hohen Qualtätsanspruch unbedingt vertrauen.
Wer aus ideologischen Gründen eine eigene Mahlung von Getreide unbedingt haben möchte, kann diesen Aufwand gerne betreiben. Notwendig ist er heute keinesfalls. Wir Konsumenten und Freizeitbäcker sind mit unseren „normalen“ Mehlen erstklassig bedient. Bitte lassen sie sich von sog. Gesundheitsaposteln nicht verrückt machen.

Eine vitalstoffarme Kost, wie man sie etwa mit Auszugsmehlen und Zucker zubereitet, kann auch dadurch nicht aufgewertet werden, daß man ihr Kleie und Getreidekeime aus dem Reformhaus zusetzt. Denn diese Zusätze müssen durch Erhitzen haltbar gemacht werden. Jahrzehntelange Forschungsarbeit hat bestätigt, daß es nur mit Vollgetreide möglich ist, gesund zu werden und zu bleiben. Das unscheinbare unzerstörte Getreidekorn ist sozusagen eine »natürliche Konserve«. Auf kleinstem Raum hält es jahrelang alle lebenswichtigen Stoffe frisch und ohne Qualitätsverlust für uns bereit. Die wertvollen Fermente, Vitamine und die Keimöle mit ihren hochungesättigten Fettsäuren sind nur eine begrenzte Zeit lagerfähig. Nach ca. zehn Wochen setzt ein fortschreitender Zer-setzungsprozeß ein. Vollkornmehl läßt sich also nicht sehr lange lagern. Aus diesen Gründen entfernte man die für unsere Gesundheit unentbehrliche Kleie und den Getreidekeim und erhielt auf diese Weise zwar haltbares, aber nahezu wertloses Auszugsmehl.

Der wichtige Vitamin-B-Komplex wird erst bei Temperaturen von 160º C aufwärts zerstört. Auch wenn wir Kuchen oder Brot bei 200º bis 250º C backen, nimmt unser Vollkorngebäck kaum Schaden; es enthält nämlich sehr viel Flüssigkeit (Wasser), die während des Backens verdampft und dadurch bewirkt, daß die Temperatur im Innern des Gebäcks kaum über 95º C liegt.



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Bei Vollwertkost kann man sich satt essen und braucht trotzdem um die schlanke Linie nicht besorgt zu sein. Denn Vollgetreide, Salate, Gemüse und Obst, Pflanzenöle und Pflanzenfette, Milch und Milcherzeugnisse aktivieren dank ihres Reichtums an Vitalstoffen den Zellstoffwechsel und die Verdauungstätigkeit. Sie werden vom Körper aufgenommen, ohne schädliche Rückstände zu bilden.

Dagegen fehlen beim Industriezucker, bei Auszugsmehlen und den daraus hergestellten Produkten diese lebenswichtigen Stoffe, die unser Organismus aber unbedingt benötigt, um die Kohlenhydrate abzubauen. So belasten die Stoffwechselschlacken der »isolierten« Kohlenhydrate den Kreislauf. Sie werden zu Fett umgebildet, das in den Geweben eingelagert wird.
Übergewicht, Stoffwechselstörungen und Darmträgheit sind nur einige Folgen einer solchen falschen Er-nährung. Die denaturierte Kost verführt auch dazu, zuviel zu essen, denn unser Instinkt, der uns sagt, wann wir satt sind, versagt bei dieser Ernährungsweise.

Dagegen besteht die Gefahr des Überkonsums bei einer vollwertigen Ernährung kaum. Ballaststoffhaltige Nahrung muß nämlich gründlicher gekaut werden; sie füllt infolge ihres Quellvermögens den Magen und macht daher schneller und für längere Zeit satt. Wir kommen mit kleineren Nahrungsmengen aus, ohne deswegen hungern zu müssen.

Die verschiedenen Getreidearten haben weniger Kalorien als die ballaststoffarmen Auszugs-mehle. Denn die unverdaulichen Ballaststoffe passieren die Verdauungswege, ohne Nährstoffe abzugeben. Ernährungsfachleute sind sogar der Meinung, daß die Joulewerte für ballaststoffreiche Lebensmittel tatsächlich noch niedriger sind. Ballaststoffe verlangen vom Körper mehr Verdauungsarbeit als ballaststoffarme Speisen; dabei werden noch weitere Joule verbraucht.

© 2014 Müller und Bäckermeister
Helmut van Straelen